Manuel Charr weiter Weltmeister

Köln - Eine illustre Runde war da zusammen beim Charity-Match in Marrakesch. Fußball-Ikonen wie Ronaldinho (38), Carlos Valderrama (57) oder René Higuita (52) hatten Spaß mit dem Kölner Boxer Manuel Charr (34) und Käfig-Kämpfer Abu Azaitar (32). Und Charr kam mit zwei Nachrichten aus der Wüste zurück – einer guten und einer schlechten.

Sein zweiter Doping-Test ist negativ

Charr bestritt nach der Doping-Enthüllung am 20. September, die in der positiven A-Probe vom 31. August von der Anti-Doping-Agentur VADA gefundenen Steroide Epitrenbolon und Drostanolon wissentlich zu sich genommen zu haben.

Deshalb ließ er sich am Tag des abgesagten WM-Kampfes in Köln (29. September) erneut Urin abnehmen. Darin fand die VADA keine verbotenen Substanzen, was die positive A-Probe natürlich nicht widerlegt.

Doch für Charr steht fest: „Es konnte kein Doping nachgewiesen werden, ich bin demnach clean.“



Charr war gedopt wegen dubioser Pillen

Die Steroide Epitrenbolon und Drostanolon entstammen  – wie von Charr vermutet – verseuchten Nahrungsergänzungsmitteln.

„Das Ergebnis ist auf freiverkäuflich in Deutschland zu erwerbende Supplemente zurückzuführen, die ich eine Zeit lang zu mir genommen habe“, sagt Charr, der  sich angeblich auf Tipps befreundeter Kampfsportler verlassen hat.

Er muss zugeben: „Mir war absolut nicht bewusst, dass sie Inhaltstoffe enthalten, die gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen.“

In erster Linie fahrlässig von Charr, der normalerweise gesperrt werden müsste. Er hatte Glück, dass Verfahrensfehler der VADA bei der Analyse der B-Probe den Test hinfällig machen und eine Sperre durch den Weltverband WBA verhindern.

Aber man muss sich fragen, wie unsicher Nahrungsergänzungsmittel sind und ob Charr aus seinem Fehler lernt.

Training für neuen WM-Kampf in Köln

Der „Koloss von Köln“ will das Thema jetzt abhaken und für seine Pflichtverteidigung gegen Fres Oquendo (45) im Frühjahr trainieren.

Thevis: „Es gibt viele gefälschte Mittel“

Der Kölner Doping-Bekämpfer Dr. Mario Thevis sollte für Manuel Charr die verdächtigen Nahrungsergänzungsmittel analysieren.

Konnten Sie in den vorliegenden Mitteln Steroide nachweisen?

Thevis: Da es sich um ein mögliches schwebendes Verfahren handelt, nehme ich dazu keine Stellung.

Können Sie generell sagen, ob hier käufliche Mittel mit Anabolika verseucht sein könnten?

Ja. Es gibt einen sehr großen Markt an Nahrungsergänzungsmitteln, von denen immer wieder welche verunreinigt sind. Dabei muss man unterscheiden: Einerseits sind Kleinstmengen zu finden, z.B. in Kreatin. Und es gibt viele gefälschte Mittel mit nicht deklarierten Wirkstoffen.

Das sind oft verbotene, anabole Substanzen, die zu Muskelaufbau und Kraftzuwachs führen. Der normale Konsument staunt über den Effekt, der Leistungssportler ist gedopt.

 

Quelle: express.de

10.11.2018