Vor Kampf in Koeln Box-Champ Charr: „Ich bin ein deutscher Panzer“

Es ist der Box-Kampf des Jahres: Manuel Charr (33) gegen Fres Oquendo (45). Am 29. September verteidigt der Kölner WBA-Schwergewichts-Weltmeister beim Heimspiel in der Lanxess-Arena gegen den Pflicht-Herausforderer aus Puerto Rico erstmals seinen Titel. Erste Titelverteidigung für Manuel Charr „Das bedeutet mir sehr viel. Ich kann vom Dach der Arena mein Zuhause sehen. Das ist schon etwas Besonderes, als Weltmeister nach Hause zurückzukehren und vor meinen Fans zu boxen“, sagt Charr beim Training im UFD-Gym in Düsseldorf. Der „Koloss von Köln“ strotzt nur so vor Kraft und tönt: „Ich verspreche einen grandiosen Sieg.“

Doch unterschätzen will er seinen Herausforderer nicht. Oquendo gehört zu den erfahrensten Boxern im Schwergewicht, boxte schon gegen Ring-Legende Evander Holyfield (55). „Die Klitschkos sind ihm immer aus dem Weg gegangen. Aber ich bin mir trotzdem sicher, dass ich ihm mit meinen Fans im Rücken besiegen werde“, sagt Charr.


„Bin überzeugter Kölner“

Und das auch wieder unter deutscher Flagge. „Das ist für mich selbstverständlich. Es wird die deutsche Nationalhymne gespielt. Ich fühle mich als Deutscher, bin überzeugter Kölner. Ich liebe die Stadt, ich liebe die Menschen“, erzählt Charr.

Es sprudelt nur so aus ihm heraus: „Ich bin deutscher als viele Deutsche. Ich bin ein deutscher Panzer.“

Nur der deutsche Pass fehlt weiterhin zum Glück. Warum er den immer noch nicht hat, trotz versprochener Hilfe von OB Henriette Reker und Wolfgang Bosbach, kann der „Diamond Boy“ nicht verstehen: „In Deutschland wird immer von Integration gesprochen, aber Menschen wie ich, die bestens integriert sind, bekommen trotzdem keinen Pass. Das verstehe ich nicht.“

Charr denkt anders als Mesut Özil

Manager Christian Jäger klärt auf: „Es ist noch ein Steuerverfahren anhängig, das wohl als Hinderungsgrund für die Einbürgerung gilt. Keine dramatische Geschichte, unsere Juristin sagt, dass sich das in Wohlgefallen auflösen wird. Aber es dauert eben.“

Nach dem schweißtreibenden Sparring mit Trainer Sükrü Aksu sagt Charr abschließend zu der Thematik: „Ich kann Mesut Özil und seine Wut verstehen, aber ich denke anders. Ich liebe dieses Land, und möchte es auch weiterhin repräsentieren. Ich hoffe die Menschen verstehen das und unterstützen mich.“

 

Quelle Hamburger Morgenpost

www.mopo.de // 12.09.2018

Foto: Ingo Lammert